Unser Elektronikschrott in Afrika

Wir entscheiden uns für den Kauf eines neuen Flachbildfernsehers, ersetzen unseren Laptop oder brauchen unbedingt das neueste Smartphone. Gleichzeitig haben unsere alten, vielleicht defekten, Geräte ausgedient. So entstehen zig Tonnen Elektromüll – jedes Jahr. Besonders in den Industrienationen fallen Unmengen an Elektroschrott an, wohingegen in afrikanischen Ländern der geringste Anteil an E-Schrott entsteht. Gerade die dort lebenden Menschen bekommen jedoch die schädlichen Auswirkungen zu spüren.

Dass unser Elektromüll in Afrika und Asien landet, ist längst kein Geheimnis mehr. Mehrere Peilsender-Experimente von Greenpeace, BBC oder auch der ARD-Sendung Panorama zeichneten den Weg defekter TV-Geräte von Europa nach Afrika auf. Dort werden Berge von kaputten Elektrogeräten meiste ohne jegliche Art von Schutzkleidung auseinandergenommen und nach wertvollen Rohstoffen und Metallen durchsucht. Die gewonnenen Metalle sind wertvolle Industrierohstoffe und auf dem Weltmarkt begehrt. Über mehrere Zwischenhändler landen die Teile also wieder in den Industriestaaten. Zwar profitiert die Wirtschaft betroffener Länder wie Ghana an den oft illegalen Transporten; jedoch stellt sich die Frage: Um welchen Preis?

Ein Schritt in die richtige Richtung

Mittlerweile gibt es eine EU-Richtlinie, die Exporteure dazu verpflichtet, die Wiederverwertung ihrer Waren im Ausland nachzuweisen. So wird der Export von funktionsfähigen Second-Hand-Produkten gefördert und die illegale Ausfuhr von E-Schrott eingedämmt. Auch Verbraucher können dazu beitragen, den illegalen Export defekter Elektronikgeräte einzugrenzen, indem sie alte und kaputte Geräte beim Hersteller oder auf offiziellen Recyclingstellen zurückgeben.

Für serviceguide24 beginnt die fachgemäße Entsorgung bereits bei der Müllvermeidung. Bringen Sie Ihr defektes Gerät zu unseren SG24-Partnern. Mit einer Reparatur kann man der Wegwerfmentalität entgegenwirken. Sollte eine Reparatur nicht mehr möglich oder unerwünscht sein, können Sie Ihr kaputtes Gerät kostenlos beim Händler zurückgeben. Unsere SG24-Partner setzen sich für eine fachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Elektronikschrott ein.

DAS SIEGERFOTO "UNICEF-FOTO DES JAHRES 2011" VON KAI LÖFFELBEIN
(BILD: KAI LÖFFELBEIN)
„Ghana: Unser Müll in Afrika“

„Ghana: Unser Müll in Afrika“. Das Bild zeigt einen Jungen auf der Giftmüllhalde Agbogbloshie in der Nähe von Ghanas Hauptstadt Accra. Unicef prämierte das Foto und machte damit auf die extremen Auswirkungen unseres exportierten E-Schrotts aufmerksam.

Die hier gezeigte Müllhalde von Agbogbloshie gilt als einer der giftigsten Orte der Welt. Erdproben von Greenpeace zeigten eine Bleikonzentration, die teilweise 100-mal höher war als in nicht kontaminiertem Boden. Außerdem lag die Schadstoffbelastung um das 50-fache über den als gesundheitlich unproblematischen Werten. Auf der Müllkippe in Accra arbeiten hauptsächlich Kinder. Gerade für sie haben die Giftstoffe schlimme Effekte: Blei und Cadmium lagern sich in den Knochen ab und beeinflussen die Wachstumsphasen. Der ständige Qualm in der Luft verursacht Kopfschmerzen sowie Schlaflosigkeit, langfristig führt er zu Gedächtnisschwund, Bluthusten und Asthma. Es kommt zu negativen Effekten auf das Fortpflanzungssystem, auf Organe wie Gehirn, Niere, Lunge sowie das Nervensystem. Die Jungen riskieren auf der Müllkippe ihr Leben – für etwa zwei Euro am Tag.

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